Uniwahlen 2011

In der Woche vom 25.-28. Januar (Di.-Fr.) finden die Uniwahlen statt. Die BG fIMP tritt dieses Jahr nicht zu den Wahlen an, da wir uns in einem Neugründungsprozess befinden. Nichtsdestotrotz finden wir es wichtig, zu den Wahlen aufzurufen. Es geht darum, den ADF/RCDS-AStA abzuwählen. Der offensichtlichste Grund ist wohl der Finanzskandal, bei dem der AStA 25.000 € beim Public Viewing und bei Parties im Vertigo „verloren“ hat. Ein zweiter Grund sind die undurchsichtigen Machenschaften um den Bau des neuen Lern- und Studienzentrums am Hauptcampus. Circa acht Millionen Euro – Studiengebühren aus dem „zentralen Topf“ für die nächsten acht Jahre! – sollen für dieses fragwürdige Projekt ausgegeben werden. Das Zentrum wurde erdacht, vorgeschlagen, abgestimmt und genehmigt von ADF-(Ex)Mitgliedern, die in den verschiedenen Gremien und in der Beratungsfirma adiungi GmbH sitzen, und von dem Bau profitieren. Besonders für Physikstudierende dürfte interessant sein, dass drei der fünf Partner bei der adiungi an der Fakultät für Physik arbeiten.

Auch wenn wir dieses Jahr nicht zu den Fachschaftswahlen antreten, finden wir nicht, dass es an den Fachschaften nichts zu tun gäbe:

  • Gerade an der Physik sind in den letzten Semestern Unmengen an Studiengebühren aufgeflossen, die nicht mehr sinnvoll ausgegeben werden können. Die Uni prüft bereits, ob die Einnahmen an der Physik der kommenden Jahre direkt an den zentralen Topf gehen können, wenn das Guthaben nicht aufgebraucht werden kann. Wir fordern eine sinnvolle Verwendung der aufgelaufenen Gelder, und als Konsequenz auch eine Senkung oder Streichung der Studiengebühren.
  • Eine kürzlich stattgefundene Podiumsdiskussion an der Physik offenbarte eine große Unzufriedenheit mit der Qualität der Lehre bei vielen Studierenden. Gerade bei den Grundvorlesungen sind ProfessorInnen und HiWis lustlos und schlecht vorbereitet. Wir fordern die bestmögliche Qualität für alle Vorlesungen und Übungen. Es müssen Anreize für bessere Lehre geschaffen werden. Ein Beispiel: Bisher werden wichtige, aber für Profen unbeliebte Vorlesungen wie Physik I, Diff I, usw. im Rotationsverfahren vergeben. Wir schlagen vor, das Halten solcher Veranstaltungen freiwillig zu machen, aber bei den Lehrverpflichtungen höher zu gewichten. So könnte ein Prof. z.B. entweder 6 SWS an „interessanten“ Spezialvorlesungen machen, oder 3 SWS vorbereitungsintensivere, „langweilige“ Grundvorlesungen machen – dann aber gut vorbereitet, am besten mit Leidenschaft, und nicht um seine/ihre Zeit abzuratzen.
  • Das führt uns zu einem Vorwurf, der auf besagter Podiumsdiskussion Seitens der ProfessorInnenschaft immer wieder durchschien. Die Studierenden selbst seinen für die schlechte Lehre (mit-)verantwortlich. Wir würden die Übungsgruppen sofort verlassen, wenn wir unsere Punkte zusammen hätten, Zettel abschreiben, statt sie selbst zu rechnen, und würden keine Vorlesungen nacharbeiten. Wenn wir das machen, dann nur weil es nicht anders geht! Wir Studierenden wollen uns nicht um den Stoff drücken – wir haben uns ja freiwillig dafür eingeschrieben – wir haben einfach keine Zeit mehr. Das Arbeitsethos in den Math.-Nat. Fächern und der enorm hohe Leistungsdruck führen zu Burnout und hohen AbbrecherInnenquoten. Auch schadet das der „Qualität der Lehre“, wenn man nur von einer Klausur zur nächsten lernt. Was wäre so schlimm daran, wenn man individuell den Bachelor statt in sechs Semstern in acht Semestern machen würde? Wir fordern ein flexibleres, weniger verschultes Studium. Wir fordern weniger Leistungsdruck, und dass man uns mehr Selbstverantwortung zutraut.

All das kann nur besser werden, wenn wir uns organisieren, und uns für unsere Forderungen einsetzen. Die Erfahrungen an anderen Fakultäten zeigen, dass sich dann durchaus etwas bewegen lässt. Es wird Zeit, dass das auch an der Mathe und an der Physik geschieht!





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